Deganawidah, genannt Der Große Friedensstifter, gilt als Gründer der Konföderation der Five Nations. „Der Große Schöpfer, von dem wir alle abstammen, sandte mich aus, um unter euch den Großen Frieden zu etablieren. Nicht länger sollt ihr euch untereinander töten, und die Nationen sollen aufhören sich zu bekriegen. Solche Dinge sind bösartig und er, dein Schöpfer, verbietet es. Frieden und Bequemlichkeit sind besser als Krieg und Elend für das Wohlergehen einer Nation.“ Helmut Szymanski erzählt die Geschichte des Friedensstifters nach mündlicher Überlieferung.
Eine Veranstaltung im Rahmen unseres Jahresprogramms AUF WESSEN SCHULTERN STEHEN WIR?
Dieser Vortrag betrachtet die Diskussionen von den Anfängen der Frauenbewegung bis heute. Wir beleuchten, wie unterschiedliche feministische Strömungen diese Themen bewertet haben und wie sich ihre Positionen im Laufe der Zeit veränderten. Im Mittelpunkt stehen zwei zentrale Perspektiven: die Kritik an Prostitution als Ausdruck patriarchaler Gewalt und struktureller Ungleichheit versus die Sicht auf Sexarbeit als selbstbestimmte Erwerbsarbeit.
sisters e.V. im Rahmen des Taranta-Babu-Jahresprogramms
AUF WESSEN SCHULTERN STEHEN WIR?
Abbildungen: Francisco de Goya: Los Caprichos, 1793-99, wikimedia commons
Im Sommer 2024 entdeckte Astrid das Buch „Mensch und Tier vor dem König der Dschinnen“. Es ist eine etwa 1000 Jahre alte orientalische Schrift der Lauteren Brüder von Basra (heute Irak). Sie las Hasan Sahin, dem Gründer von Taranta Babu, daraus vor und er wünschte sich, dass daraus eine Lesung mit musikalischer Begleitung von Kemal Dinc entsteht.
Leider starb Hasan im Dezember 2024 – lange bevor sie ein ganzes Buch auf eine Lesefassung ‚runterdampfen‘ und die Genehmigung des Verlags am Römerweg einholen konnte. Doch in diesem Jahr, zum 47. Geburtstag von Taranta Babu, soll Hasans Herzenswunsch endlich erfüllt werden. Für die, denen Dschinnen nicht vertraut sind, hier zwei Bildbeispiele
Dschinnen aus dem 20. und 13. Jahrhundert / wikimedia.com
Worum geht’s? Die Tiere ziehen vor der König der Dschinnen, weil sie von den Menschen gräuslich schlecht behandelt werden. Sie argumentieren klug, witzig und listig – und fragen nach viel grundsätzlicheren Angelegenheiten: wie können die vielfältigen Wesen auf dieser Erde miteinander leben?
Viel hat sich bis heute leider nicht verändert – die Situation der Tiere dieser Welt wird nun industriell ausgebeutet, was ihre Qualen erhöht. Und dies, obwohl wir wissen, dass die Lauteren Brüder sie zwar vermenschlicht haben, unsere echten Tiere aber eine Klugheit und Gewitztheit an den Tag legen, die uns Demut einflößen sollte.
Auf wessen Schultern stehen wir? Die Linken, die Feministinnen, die Friedlichen und die Arbeiterinnen von heute…
Das fragen wir in unserem Jahresprogramm und so stießen wir auf diesen Film:
KEINER SCHIEBT UNS WEG! So betitelten die Frauen der Stahlarbeiter als Hoeschfraueninitiative im Jahre 1980 ihren da beginnenden Kampf um die Arbeitsplätze zum Erhalt der Stahlwerke in Dortmund. Mit Unterschriftensammlungen in den Wohngebieten, Verteilen von Flugblättern, Veranstaltungen in Kirchengemeinden, an der Uni, einer Rednerin bei der Großdemo mit 70.000 etc. zeigten Frauen Ausdauer und Präsens. Immer dabei und mittendrin in Kälte und Sturm die Sängerin FASIA Jansen – mit ihrer Stimme, ihrer Gitarre, ihren Liedern, ihrer Klugheit und Herzenswärme. Auch als es kalt wurde beim dreitägigen Hungerstreik der Hoesch-Fraueninitiative direkt vor dem Werkstor der Westfalenhütte.
Ein Weckruf im Arbeitskampf, der die Menschen weit über Dortmund hinaus erreichte und in die Belegschaft hinein wirkte, den Kampf nicht aufzugeben. Davon erzählt dieser Film. Und von den Konflikten in den Familien, bei der Arbeit, den Sorgen der um die Werke herum liegenden Nachbarschaften, der Gewerbetreibenden …
Lesung mit Seyhan Dilsat am 25. April 2026, 19 Uhr
Das große Glück? Der schönste Tag des Lebens? Eine Frau, die zur Hochzeit gleich noch das Leben in Deutschland geschenkt bekam, empfand das gewiss anders. Wie kann der Neuanfang in einem fremden Land gelingen, wenn sie in so jungen Jahren ihre Muttersprache, Frauen, die sie unterstützen, Familie, alles Vertraute hinter sich lassen muss?
Seyhan Dilsat sprach für ihr Buch mit drei Frauen, die von ihrem Weg zu sich selbst erzählen. Davon, wie sie zu einem bejahenden Leben kamen und wie sie es schafften, Kraft und Zuversicht für die Zukunft zu finden. Mit einem fremden Mann – in einem fremden Land.
Die Lesung findet auf Deutsch und auf Türkisch statt. Eintritt frei.
Im Ernst? Das gab’s?: Jüdisch-muslimische Kooperationen, z. B. im Berlin der 1920er Jahre oder in der Orientforschung. Oder bei der Arbeit an einem neuen, post-migrantischen Theater in den 2010er Jahren. Immer auch als Allianz gegen die zunehmende rassistische, homophobe und antisemitische Bedrohungen der Vergangenheit und Gegenwart. Und könnte es sein, dass die deutsche Kultur am Ende auch von einer Jüdisch-Muslimischen Leitkultur getragen wird? Das und vieles mehr disktuiert Max Czollek, Lyriker und Essayist, an diesem Abend. Über Zusammenarbeit und Hoffnung, über Bedrohung und Gegenwehr, über künstlerische Praxis und die Veränderung unserer politischen Selbstbilder.
Astrid Petermeier führt anhand der vielfältigen künstlerischen Beiträge im Kampf gegen den § 218 durch die (Kunst-)Geschichte. Denn Künstlerinnen haben mit Bildern und Plakaten diesen Kampf seit der Einführung des § 218 im Jahre 1871 begleitet. Anhand von Kunst wird deutlich, dass es im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts ein Kampf gegen Armut durch Kinderreichtum war, seit den 1970er Jahren um Selbstbestimmung geht und seit den 1990ern gegen Bevormundung, z.B. der Frauen aus der DDR.
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