Unisextoiletten? Sollen in Berlin ja jetzt total en vogue sein. Wahrscheinlich bin ich sogar konservativ bis reaktionär, wenn ich mich nach dem guten alten Frauenklo zurücksehne. Ich meine den Ort, wo wir schon als Mädels unsere Therapiestunden abhielten:
„Meine Mutter meint, Tampons wären nicht gut.“ „Na logo, die will, dass du Jungfrau bleibst.“ „Meinst du? (spricht kichernd weiter). Dann kann ich schon seit 2 Wochen Tampons nehmen.“ „Echt jetzt? Erzähl: wie war’s?“ (hier beginnt die Schweigepflicht der Therapeutin;)
Wenn erwachsene Männer sich fragen, warum Frauen so oft zu zweit zum Klo gehen, sollten sie unbedingt dieses Buch lesen:

22 Autorinnen erzählen von Klofrauen, von Mädchenerfahrungen, von Peinlichkeiten, von Gesprächen, vom Kotzen, von Beistand, vom Rückzugsort. Von dem Örtchen eben, an dem wir uns trauen, über all das zu sprechen, was am Tisch im Halse stecken bliebe, wofür die Tanzfläche zu laut und vor allem: was für Männerohren nicht gedacht ist.
„Hast du einen Tipp, wie man gute Männer findet?“ „Die Hässlichen, sagte Gerdi, „sind oft die Besten.“ Livi musste lachen. „Stell ich mal bei Tinder ein. Hässliche Hackfresse Ü30 gesucht.“ (S. 17)
Und wer die Geschichte der Rentnerin Gerdi liest, die sich als Toilettenfrau rumschlagen muss mit besoffenen Teenagern, die sich die langen Haare vollkotzen, mit Gören, die ihre Line ziehen wollen, mit dem Frust der Kollegin und nicht zuletzt mit billigem WC-Reiniger, der einzig dem Inhaber nützt – wer das alles gelesen hat, empfindet die Zeitungsschlagzeile, die die Klofrau auf dem Heimweg liest, als eklig lauten Dünnpfiff: „Bundeskanzler: Wer nicht genug verdient, soll härter arbeiten.“
Das Buch gibt es für 20 gut investierte Euros bei uns im Buchladen und wer Lust hat, kann mit mir über Unisextoilette vs. Frauenklo diskutieren. Astrid








