Café wieder am alten Ort

Unser Café ist im Moment ein Wandertier. Aktuell ist es wieder in der Humboldtstr., damit das Kulturhaus renoviert und für den Umzug vorbereitet werden kann. Wenn das geschafft ist, ziehen wir mit Sack und Pack = Buchladen und Café in die Amalienstraße, also ein Häuschen weiter. Und wer nun wissen möchte, wann das genau sein wird, kann ja eine Wettbude aufmachen. Am 28. Februar 2027 müssen wir die alten Räume verlassen haben. Am liebsten würden wir das aber früher hinkriegen. Das wiederum hängt von Handwerker:innen, Genehmigungen und vor allem von unserer Kraft ab.

Eines aber ist gesichert: wenn es losgeht, sagen wir Bescheid! Dann brauchen wir nämlich euch zum Bücherschleppen, zum Putzen, zum Aus- und Einräumen.

Die Damentoilette – Buchempfehlung

Unisextoiletten? Sollen in Berlin ja jetzt total en vogue sein. Wahrscheinlich bin ich sogar konservativ bis reaktionär, wenn ich mich nach dem guten alten Frauenklo zurücksehne. Ich meine den Ort, wo wir schon als Mädels unsere Therapiestunden abhielten:

„Meine Mutter meint, Tampons wären nicht gut.“ „Na logo, die will, dass du Jungfrau bleibst.“ „Meinst du? (spricht kichernd weiter). Dann kann ich schon seit 2 Wochen Tampons nehmen.“ „Echt jetzt? Erzähl: wie war’s?“ (hier beginnt die Schweigepflicht der Therapeutin;)

Wenn erwachsene Männer sich fragen, warum Frauen so oft zu zweit zum Klo gehen, sollten sie unbedingt dieses Buch lesen:

22 Autorinnen erzählen von Klofrauen, von Mädchenerfahrungen, von Peinlichkeiten, von Gesprächen, vom Kotzen, von Beistand, vom Rückzugsort. Von dem Örtchen eben, an dem wir uns trauen, über all das zu sprechen, was am Tisch im Halse stecken bliebe, wofür die Tanzfläche zu laut und vor allem: was für Männerohren nicht gedacht ist.

„Hast du einen Tipp, wie man gute Männer findet?“ „Die Hässlichen, sagte Gerdi, „sind oft die Besten.“ Livi musste lachen. „Stell ich mal bei Tinder ein. Hässliche Hackfresse Ü30 gesucht.“ (S. 17)

Und wer die Geschichte der Rentnerin Gerdi liest, die sich als Toilettenfrau rumschlagen muss mit besoffenen Teenagern, die sich die langen Haare vollkotzen, mit Gören, die ihre Line ziehen wollen, mit dem Frust der Kollegin und nicht zuletzt mit billigem WC-Reiniger, der einzig dem Inhaber nützt – wer das alles gelesen hat, empfindet die Zeitungsschlagzeile, die die Klofrau auf dem Heimweg liest, als eklig lauten Dünnpfiff: „Bundeskanzler: Wer nicht genug verdient, soll härter arbeiten.“

Das Buch gibt es für 20 gut investierte Euros bei uns im Buchladen und wer Lust hat, kann mit mir über Unisextoilette vs. Frauenklo diskutieren. Astrid

Die Geschichte vom Friedensstifter der Irokesen

Mittwoch, 17. Juni 2026, 18.30 Uhr, Eintritt frei

Deganawidah, genannt Der Große Friedensstifter, gilt als Gründer der Konföderation der Five Nations.
„Der Große Schöpfer, von dem wir alle abstammen, sandte mich aus, um unter euch den Großen Frieden zu etablieren. Nicht länger sollt ihr euch untereinander töten, und die Nationen sollen aufhören sich zu bekriegen. Solche Dinge sind bösartig und er, dein Schöpfer, verbietet es. Frieden und Bequemlichkeit sind besser als Krieg und Elend für das Wohlergehen einer Nation.“
Helmut Szymanski erzählt die Geschichte des Friedensstifters nach mündlicher Überlieferung.

Eine Veranstaltung im Rahmen unseres Jahresprogramms AUF WESSEN SCHULTERN STEHEN WIR?

Abbildung: Irokesinnen 1914, wikimedia commons

Feministische Debatten über Prostitution und Sexarbeit

Freitag, 12. Juni 2026, 18.30, Kulturhaus

Dieser Vortrag betrachtet die Diskussionen von den Anfängen der Frauenbewegung bis heute. Wir beleuchten, wie unterschiedliche feministische Strömungen diese Themen bewertet haben und wie sich ihre Positionen im Laufe der Zeit veränderten. Im Mittelpunkt stehen zwei zentrale Perspektiven: die Kritik an Prostitution als Ausdruck patriarchaler Gewalt und struktureller Ungleichheit versus die Sicht auf Sexarbeit als selbstbestimmte Erwerbsarbeit.

sisters e.V. im Rahmen des Taranta-Babu-Jahresprogramms

AUF WESSEN SCHULTERN STEHEN WIR?

Abbildungen: Francisco de Goya: Los Caprichos, 1793-99, wikimedia commons