Wenn Buchstaben zu Ornamenten werden / workshop

Freitag, 10. Oktober 2025, 17-21 Uhr / Taranta Babu in Kooperation mit dem Dortmunder Kunstverein.

Wie kann ein einzelner Buchstabe zu einem Muster werden? Inspiriert von kalligrafischen Traditionen aus arabischen, persischen und osmanischen Kulturen arbeiten wir mit Schriftzügen, abstrahieren sie und lassen daraus freie Kompositionen entstehen.

Der Workshop wird durchgeführt von Fatma Özay (siehe Abbildung) und ist offen für alle, unabhängig von Erfahrung oder Herkunft.

Ort:     Dortmunder Kunstverein, Rheinische Str. 1, 44137 Dortmund
Raum: Wendy vs Tinkerbell
Datum: Freitag, 10.10.2025, 17-21 Uhr
Alter:   offen für alle Altersgruppen
Preis:   kostenfrei
Anmeldung: erforderlich unter anmeldung@dortmunder-kunstverein.de

Vorankündigung: am 7. November 25 wird ein zweiter Workshop mit Fatma Özay zum Thema „Textile Spuren – Teppichmuster und Struktur“ stattfinden. Auch hierfür könnt ihr euch schon jetzt anmelden.

2. Treffen Programmplanung TARANTA BABU für 2026

Bilder von Emanzipationsbewegungen – Queer und quer seit 250 Jahren

Montag, 8. Dezember 2025, 18 Uhr, Buchladen

Auf wessen Schultern stehen wir? Unsere Idee ist, im nächsten Jahr die Geschichte von Emanzipationsbewegungen (und auch ihren künstlerischen Ausdruck) kennenzulernen. Was wissen wir / sollten wir wissen über die Suffragetten, über Lebensreformen, über Zwerge in Breslau (kein Scherz!), über die Kämpfe um § 218 und die Rechte der Schwulen, über Black Power und Black Panther, über Friedensbewegte, über den ewigen Kampf gegen Verarmung, dem sich z.B. die Künstlerin Käthe Kollwitz mit ihrer Zeichnung „Ins Wasser“ schon vor mehr als hundert Jahren widmete?

Habt ihr Lust, an einer Veranstaltungsreihe zu diesen Themen mitzuwirken? Habt ihr Vorschläge für Filme, Musik, Vorträge, Performances? Dann freuen wir uns, wenn ihr zum 2. Programmplanungstreffen kommt.

Das künstlerische me-too kam 350 Jahre später

Mittwoch, 22. 10. 2025, 19 Uhr Kulturhaus

1612 malt Artemisia Gentileschi das blutstrotzende Bild zweier Frauen, die einem Mann den Kopf absäbeln. 350 Jahre später schießt die Künstlerin Niki de Saint Phalle mit einer Flinte auf ihre Bilder und nennt diese Aktionen »Ich schieße auf Papa, …«

Im 17. wie im 20. Jahrhundert stellten die künstlerischen Gewaltakte der Frauen einen Skandal dar. Inwieweit aber bedeuteten diese Kunstformen Befreiung von dem Skandal, der darunter lag?

»Painting calmed the chaos that shook my soul.« sagt Niki, die vom Schießen zu Nana-Frauenskulpturen fand, deren Kraft und Lebendigkeit heute wiederum Frauen ermutigt mit „typisch weiblichen“ Mitteln Ungewöhnliches zu schaffen.

Vortrag mit Bildern und gestrickten Nanas von Birgit Petermeier

Referentin: Astrid Petermeier; Kunsthistorikerin, Autorin, Vorstand von Taranta Babu

Uffrur 1525 – eine historische Skizze

24. September 2025, 19 Uhr, Kulturhaus
Vor 500 Jahren erhoben sich im deutschsprachigen Raum Bäuerinnen und Bauern in Massen gegen
ihre adligen und kirchlichen Herren. Ihre Slogans waren von den Predigten der damaligen
Reformatoren inspiriert, deren Gehalt sie radikalisierten und auf ihr Leben übertrugen: Die „Freiheit
eines Christenmenschen“ bedeutete für sie nicht nur religiöse und geistige Freiheit, sondern
gesellschaftliche Veränderung im Hier und Jetzt. Die Aufständischen formulierten ihre Forderungen
in Flugschriften, stürmten Burgen und Klöster, organisierten sich in militärischen „Haufen“ und
bezogen teilweise auch Städter:innen und Bergknappen in ihre Bewegung mit ein. Ihren Ausgang
nahm die Erhebung in Oberschwaben und breitete sich schnell auf ein Gebiet vom Elsass bis Tirol
und Thüringen aus. Es war die größte soziale Massenbewegung in Europa vor der Französischen
Revolution. Letztendlich unterlag sie der exzessiven Gewalt der von den Herrschenden
mobilisierten Söldnertruppen.
In zwei Veranstaltungen erinnern wir an diesen revolutionären Versuch, die eigenen Geschicke
selbst in die Hand zu nehmen und durch eine Massenbewegung von Unten die Lebensverhältnisse
zu verbessern.
Uffrur 1525 – eine historische Skizze (24.9.25, Taranta Babu)
Wir wollen Thesen zu den gesellschaftlichen Voraussetzungen der Bewegung, den
Organisationsformen der Aufständischen und ihren Vorstellungen von einer besseren Welt
vorstellen und diskutieren, was man daraus für heute mitnehmen kann.

Der Bauernaufstand in Kunst und Literatur
Die Erhebung von 1525 war wie keine soziale Auseinandersetzung zuvor ein Medienereignis: Die
Aufständischen, aber auch ihre Gegner, publizierten Flugblätter, Traktate und Karikaturen, die dank
des kurz vorher etablierten Buchdrucks in hoher Auflage zirkulierten und die Dynamik der
Ereignisse entscheidend beeinflussten. Dies soll anhand zeitgenössischer künstlerischer und
literarischer Werke beleuchtet und diskutiert werden.
– Mittwoch, 8. Oktober 2025, 19 Uhr, Union Salon, Siegfriedstraße 14, 44137 Dortmund
Veranstaltet von den Freien Bücherfreund:innen

Zwischenstopp mit Esra Canpalat

17. September 2025, 19 Uhr, Buchladen

Seda möchte es wissen. Und weiß selbst nicht, was dieses ‚es‘ eigentlich genau ist. Sie ist das letzte Kind von Eltern im fortgeschrittenen Alter, ‚die letzten Reste im Trog‘, wie ihre Mutter Naime sie nennt. Sie und der Vater Faiz schweigen oder erzählen unzureichend. Sedas ältere Schwestern Tülay und Ferda sagen, sie soll sich Mal nicht so anstellen. Der Keller ist leer, weil Naime alles wegwirft, was keinen praktischen Nutzen hat. Es gibt nur Fotografien mit Menschen, die Seda nicht wiedererkennt. Doch es gibt sie, die Stimmen: Die Krähenstimme Naimes, die kehlig klingende Telegrammstimme Faiz, Tülays gedämpfte Stimme, und Ferdas störende Alt-Stimme. Und dieses Stimmengewirr spricht manchmal mehr als jedes materielle Archiv.

Moderation: Jannick Griguhn. Zwischenstopp ist eine Einladung an Autor:innen und Interessierte. Autor:innen lesen hier aus noch unveröffentlichten Texten vor – und besprechen ihre Entwürfe mit dem Publikum. Eine Kooperation des Fritz-Hüser-Instituts mit dem Taranta Babu.

Brunch mit Putz = Putz beim Brunch

Samstag, 6. September, 10.30 Uhr bis fertig ist…

Euch ist’s zu dreckig im Café oder im Buchladen oder im Kulturhaus? Das lässt sich ändern! Alle, die gern zu Gast bei Taranta Babu sind, sind herzlich zum Putzen eingeladen. Bürsten wir uns mit Spass die Scheuerlappen um die Ohren, vergeben wir den Preis für die dreckigste Ecke, wienern wir mit Freuden die Fenster… Damit dabei keine verhungert, kombinieren wir den Großputz mit einem Brunch: jeder darf mitbringen, was sie am liebsten futtert – nur bitte nicht mehr als für 2-3 Personen (wir wollen nach dem Putz ja nicht gleich wieder von vorne anfangen).

Diskussion über „Schutzehe“

11. September 2025, Eintritt frei, Spenden erwünscht

Verliebt. Verlobt. Verheiratet.

Wir feiern 150 Jahre Schutzehe! Infos und Inspiration zum Heiraten für den Aufenthaltstitel.

Deutschland schiebt »im großen Stil« ab und neo-faschistische Deportationsfantasien sind unter dem Begriff „Remigration“ salonfähig geworden. Gleichzeitig werden die legalen Korridore, um Migrierende und Flüchtende zu unterstützen, systematisch verengt. Der Aufschwung der (neuen) Rechten scheint unaufhaltsam. Umso wichtiger ist es jetzt, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Lasst uns darum über Schutzehen sprechen! Was ist eine Schutzehe und wie funktioniert sie? Mit welchen Hürden und Hindernissen ist zu rechnen – wie sind sie zu überwinden?

Pia Klemp, Antifaschistin, Aktivistin und Autorin berichtet von Schutzehen zu Zeiten des NS, der DDR und heute. Und sie stellt sich der Fragen aller Fragen: What’s love got to do with it? www.schutzehe.org

Heinz Junge: Ewig kann’s nicht Winter sein. Ein Leben im Widerstand

7. Oktober 2025, 19 Uhr

Kulturhaus Taranta Babu, Eintritt frei, Spenden erwünscht

Reinhard Junge stellt die Lebensgeschichte seines in Groß Barop geborenen Vaters vor. Heinz Junge hat drei KZ überlebt, ist nach der Befreiung durch US-Truppen im April 1945 aus Mauthausen nach Dortmund zurückgekehrt, hat hier eine demokratische Jugendbewegung (den späteren Stadtjugendring) ins Leben gerufen und sich bis kurz vor seinem Tod um die Gedenkstätte Steinwache gekümmert. Als Rentner hat er nachts auf einer alten Reiseschreibmaschine ohne Korrekturtaste seine Erlebnisse getippt – leider nicht chronologisch. Reinhard Junge hat die einzelnen Texte sortiert und behutsam verschlankt, der Kölner PapyRossa-Verlag hat sie gedruckt.

»Zwei SA-Hilfspolizisten schleppten mich die Treppe hinunter. … Ich rief mir ins Gedächtnis: ›Vor der Polizei und dem bürgerlichen Gericht macht ein Jungkommunist keine Aussagen.‹ … Die zum Antikriegstag verteilten Zettel, mit einem Handdruckkasten erstellt, hatten den Nazis kaum Hinweise auf die Organisatoren geliefert. Ich hatte geleugnet, das Flugblatt verteilt zu haben, das hatte für den Moment gereicht. Aber jetzt war die Falle zugeschnappt.«

Zum Herausgeber: Reinhard Junge, 1947 in Dortmund geboren, Studium in Bochum, anschließend trotz zeitweiligen Berufsverbots fast 40 Jahre lang Deutschlehrer in Wattenscheid. Vier Reportagebücher über die Neonaziszene in der BRD, zwölf Kriminalromane, teils solo, teils mit Leo P. Ard oder mit Christiane Bogenstahl.

Eine Veranstaltung im Rahmen von lila lettern – literatur aus westfalen des Netzwerks literaturland westfalen, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.