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Roter Tresen: Deutschland als Exportnation
Deutschland ist eine „Exportnation“. Das klingt nach der Feststellung
einer einfachen Tatsache, ähnlich wie „Island ist ein Inselstaat“. Dass
es dann doch nicht so einfach ist, wird deutlich, wenn die Gefahren für
Deutschland beschworen werden: Teure Energie verteuert die
Exportprodukte; die Huthis blockieren den Handelsverkehr im Roten Meer;
die USA unter Präsident Trump drohten mit Zöllen auf deutsche Exporte;
China versucht mit seiner „Neuen Seidenstraße“ viele Länder auf sich
auszurichten.
All diese zitierten Bedrohungen verweisen darauf, dass „Exportnation“
nicht eine Naturtatsache ist, sondern ein politökonomisches Programm.
Deswegen wollen wir im Vortrag untersuchen, was eigentlich die
Voraussetzungen dafür waren, dass Deutschland bisher damit Erfolg hatte.
Dabei wird deutlich werden, dass Deutschlands Eintreten für eine
„regelbasierte Weltordnung“ keiner abstrakten Vorliebe für Recht und
Gesetz entspringt. Eine solche regelbasierte Weltordnung mit dem
Gewaltverbot der UN-Charta und den Regelungen der
Welthandelsorganisation war vielmehr die Voraussetzung für Deutschlands
wirtschaftliche und politische Erfolge.

